Männersuche

Männersuche

Ich habe immer jüngere Partner gehabt, so immer 5-10 Jahre. Das schmeichelt natürlich ungemein über die Jahre und es tut einem gut zu hören, dass man den Altersunterschied so gar nicht bemerken würde. Egal ob wahr oder gelogen. Irgendwie hält das jung.

Ich habe nie die Frauen verstanden, die nach einer Vaterfigur gesucht haben und dann in fortgeschrittenem Alter einen Crash Kurs in Altenpflege absolvieren mussten. Meine Männer waren immer knackig, jung und abenteuerlustig, auch anstrengend – im Nachhinein betrachtet.

Und nervig, aber das sind wohl die meisten, obwohl es soll ja auch normale geben. Na ja, und den suche ich jetzt, so kurz vor meinem sechzigsten Geburtstag. Keine einfache Sache das, vor allem wenn man jetzt doppelt so lange morgens vor dem Spiegel benötigt als früher und höchstens ein hochgradig kurzsichtiger Typ dir noch hinterher pfeift. Oder einer der auf das von hinten Lyzeum, vorne Museum reingefallen ist. Nein, ganz so schlimm ist es nicht, ich ernte schon noch anerkennende Blicke, vor allem im Dämmer- oder Kerzenlicht. Die Figur ist ein bisschen verrutscht, eine Kleidergröße nach oben, nein um ehrlich zu sein sind es drei. Aber das kann man geschickt kaschieren, außer leider im Badeanzug.

Beim Sex muss man jetzt auch vorsichtig sein, jedenfalls so lange er bei Licht stattfindet. Oben ist schon mal out, man möchte dem Liebhaber nicht unbedingt einen schlackernden Truthahnhals oder allerlei Hängendes zumuten. Da ist die Missionarsstellung am ungefährlichsten, die Formen fließen in das Laken hinein und man sieht so mitunter ganz jung aus. Oder Löffelchenstellung natürlich, um ganz auf der sicheren Seite zu sein.

Jetzt bin ich schon ein paar Jahre alleine und eigentlich ganz zufrieden mit der Situation, ich habe meine Arbeit, meine Familie, meine Tiere, Freunde, was braucht man mehr? Nur abends, da hätte ich schon gerne mal jemanden da, mit dem man erzählen, planen und kuscheln kann. Spaziergänge machen mehr Spaß zu zweit, kochen, reisen, eigentlich das meiste, außer shoppen.

Irgendwie wird man so schrullig ohne Mann finde ich. Ab und zu ertappe ich mich dabei, dass ich mit mir selbst rede, oder mit den Hunden. Dass die nicht antworten, kann ja manchmal ganz passend sein, aber auf die Dauer nicht befriedigend. Neulich habe ich sogar den Tisch angesprochen und so etwas: Wie siehst Du denn aus du Ferkel, gesagt. Jetzt aber hallo, es muss etwas geschehen!

Also ich raffe mich auf und schaue mich mal so um. Ich sehe mir alle Männer (auch die meiner Freundinnen) ganz genau an und stelle mir vor ich sei mit ihnen verheiratet. Also, ehrlich gesagt, es ist keiner dabei von dem ich mir das vorstellen kann. Außerdem sind sie uralt, so mein Alter und mehr. Aber ich wollte mich ja jetzt nach einem älteren Mann umsehen, damit ich mich dann im Glanze meiner Jugend sonnen kann. Also weitermachen, aber wie und wo? Ich fange an alleine auszugehen.

Erstes Ziel, die Kneipe um die Ecke. Ich wähle einen dezenten, jugendlichen Outfit, Jeans und langer Pullover, Cowboystiefel und Lederjacke. Jetzt kommt mir der kürzlich absolvierte Schminkkurs zu Hilfe, mich nämlich so zu schminken, dass man es nicht sieht, ein Mann jedenfalls nicht. Das Ergebnis ist zufrieden stellend und ich stoße selbstbewusst und mit Schwung die Tür zu der Bar auf. Auf einen Blick erkenne ich, dass außer mir nur Männer anwesend sind, die mich jetzt männer typisch taxieren. Ich will zum Rückzug ansetzen, aber dann denke ich, jetzt erst recht und stolziere cool in Richtung Theke. Leider übersehe ich dabei einen achtlos abgestellten Aktenkoffer und schliddere unelegant und mit den Armen wild rudernd geradewegs in die Arme eines Herren, der mich davor bewahrt lang hin zuschlagen. Erste Reaktion, im Boden versinken etc., aber dann befreites lachen. Mir wird ein Schnaps in die Hand gedrückt auf den Schreck und nach einigen Stunden finde ich mich einigermaßen betrunken, aber zufrieden am Skattisch wieder. Als die Männer dann nervös auf ihre Uhren schauen und nach und nach das Lokal verlassen, um dem Nudelholz zu entgehen, bin ich gerade in Stimmung. Mit den Kerlen ist auch nichts mehr los heutzutage, denke ich. Wäre aber auch keiner dabei gewesen, der mich wirklich interessiert hätte.

Was nun?

Eine Partner Agentur, das ist es. Schnell klicke ich mich durch, jetzt heißt es erst einmal ein eigenes Profil zu erstellen. Ein ehrliches bitte, wird man angemahnt. Klar doch. Persönliche Daten, das ist einfach, doch schon kommt die erste Stolperfalle: Man soll sich selbst beurteilen. Wie wichtig ist Ihnen Sex, na ja, schon, aber wenn man jetzt „sehr“ ankreuzt, wer weiß wer sich dann meldet. Ein Sexmonster, das selbst beim Zwiebel schneiden sich lüstern von hinten nähert oder so. Also dann eher ein Kreuzchen bei „wichtig“.

Zum Schluss darf man noch drei Fotos hineinsetzen. Diese Auswahl dauert bis tief in die Nacht. Es soll natürlich wirken, trotzdem weich gezeichnet, lieb, sexy, intelligent, also alles im allem eben vorteilhaft. Ich stelle fest, dass die besten Fotos Jahre alt sind. Das geht nicht und ich wühle mich erneut durch Alben und Schuhkartons mit losen Fotos. Dabei fällt man unweigerlich in alte Erinnerungen zurück. Den hätte ich mal nehmen sollen, denke ich als ich ein Foto in der Hand halte auf dem ich auf dem Schoss eines attraktiven Mannes sitze, an den ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann. Frank oder Ralf hieß er, das weiß ich noch, und dass er ganz gut im Bett war.

Ich bin gespannt auf das Testergebnis und drucke es gleich aus. Ganz oben lese ich: „Instinkt: Sinnliche und unmittelbare Art auf die Welt zu reagieren, “ das klingt ansprechend finde ich, alles weitere nur positiv, Fähigkeit zu Kompromissen und Diplomatie. Wenn ich allerdings an das letzte Gespräch mit dem Angestellten meiner Bank denke, da muss beim ankreuzen etwa schief gelaufen sein.

Tendenz, familiäre Interessen in den Mittelpunkt zu stellen“, heißt es weiter. Ja, das könnte stimmen, manchmal sogar zu viel. Aber jetzt sind sie alle aus dem Haus. Suche ich denn im Unterbewusstsein wieder jemanden, den ich in den Mittelpunkt stellen kann? Da tun sich ja Abgründe auf!

89% Anteil so genannter männlicher Eigenschaften soll ich besitzen. Der Interessent sieht jetzt ein Muskelpaket vor seinem geistigen Auge, einen ausgestreckten Arm der ihn am Hosenboden hoch hebt und zappeln lässt – und klickt angewidert weiter zur nächsten Dame mit 0% männlichen Eigenschaften. So ist das nun mal, die meisten Männer wollen ein Weibchen und keine Frau.

Sie haben eine große Wirkung auf Männer“ steht da aber trotzdem, und: „Ihre Ausgeglichenheit und Ruhe lässt Sie den meisten Menschen spontan sympathisch erscheinen.“ Ich sehe mich in schwarzem Etuikleid mit langer Zigarettenspitze mit laszivem Hüftschwung und sehr langsam eine Bar betreten…

Und dann steht da noch was Nettes bei Tipps zur Partnerwahl: „Für die Partnerwahl bedeutet das, dass Sie bei einem Mann durchaus auch einen Beschützerinstinkt wecken und daher für einen starken, selbstbewussten Mann eine reizvolle Partnerin sind. Wenn dieser Ihnen ausreichend Freiraum lässt, kann aus einer solchen Verbindung eine harmonische Beziehung entstehen. Für einen sehr sanften Mann eignen Sie sich zwar als gute Freundin, aber nicht unbedingt als Partnerin.“ Da ist was Wahres dran, vor allem das mit dem Freiraum finde ich gut und den Beschützerinstinkt. Ich sehe mich bereits hilflos, leicht dämlich lächelnd und Wimpern klimpernd am Gartenschlauch herumnesteln, während er mich auf den Scheitel küssend sanft zur Seite schiebt und mit sonorer Stimme sagt: „Lass mich das mal machen, Kleines!“

Nur wenige Männer haben einen genauso geringen Wunsch nach Partnernähe wie Sie. Sie bevorzugen bei aller Liebe dennoch die Distanz. Sie schätzen Ihre Freiräume und legen nicht allzu viel Wert darauf, immer ganz engen Kontakt mir Ihrem Partner zu haben …“ ist eigentlich auch wahr, aber dieser Satz sollte dem Interessenten verborgen bleiben, warum gibt man sonst eine Kontaktanzeige auf. Will ich denn nun eigentlich einen Partner oder nicht? Dieses Testergebnis bringt mich ganz durcheinander. Ich drücke auf „senden“, jetzt nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Gespannt öffne ich am nächsten Tag mein Postfach mit den Mails. Zweihundertsiebenundneunzig Männer stehen bereits Schlange und können es nicht erwarten mit mir Kontakt aufzunehmen. Das hatte ich in meinen besten Tagen nicht. Enttäuschung: In Wahrheit sind dies Partnervorschläge der Agentur, aufgereiht nach „matching points“ in Prozenten. Ich muss mich also da durchwühlen und Kontakt aufnehmen mit den Männern, die ich gerne kennen lernen möchte. Die meisten haben feige kein Foto beigefügt, beschreiben sich als „kein Adonis mehr“ oder „leichter Bauchansatz vorhanden“. Nach welchen Kriterien geht man denn da vor? Beruf? Polizist ist da einer in Australien, bisschen weit finde ich, obwohl man sich natürlich immer beschützt fühlt. Schreiner aus Niedersachsen. Ist ja ganz praktisch jemanden im Haus zu haben der keine zwei linken Hände hat. Seit ich mal am Kühlschrank festklebte, weil mein Freund die Kabel verwechselte, weiß ich wovon ich rede.

Alter? Das wollte ich ja nicht in den Vordergrund stellen, also dann nach Postleitzahl? Schwäbisch, sächsisch oder fränkisch ist ganz weit hinten. Bayerisch schon eher. Da ist doch schon mal einer. 57 Jahre, tierlieb, zärtlich, humorvoll, gut aussehend, nicht unvermögend – klingt gut, vor allem das letzte. Ich schicke eine Kontaktanfrage mit Fotos. Eine weitere an einen Schriftsteller in Rosenheim, 62 Jahre, ebenfalls tierlieb, zärtlich, humorvoll und gut aussehend, allerdings keine Vermögensangabe. Aber vielleicht kann er mir ja bei der Veröffentlichung meiner Kindergeschichten behilflich sein.

Ich geh das nicht richtig an, wird mir bewusst, zuerst denke ich immer daran wie mir der Mann von Nutzen sein kann, anstatt auf innere Werte und gemeinsame Wellenlängen zu achten und interessante Gespräche zu führen. Jetzt sehe ich mich in Zeitlupe einen Strand entlang rennen, Hand in Hand mit einem netten Mann, wir lachen und rennen ins Wasser, sein Bauch schwabbelt – nein, er ist wirklich kein Adonis mehr, die restlichen Haare, die er geschickt von links nach rechts gekämmt hatte, liegen jetzt nass auf seinen Schultern. Unsere Gesichter sind uns nahe, ich sehe seine Nasenhaare sprießen, sowie ein paar Mitesser sich breit machen und wir küssen uns. Anschließend sitzen wir in einem Strandcafe und diskutieren über die Außenpolitik in Kurdistan und debattieren dann weiter über kommende Energiekrisen in der Sahelzone.

NEIN, dann lieber keinen!

Am nächsten Tag finde ich Antwort aus Bayern, ja, er würde mich sehr gerne kennen lernen, die Fotos seien ganz reizend, vor allem das auf der Düne. (?) Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern welches Foto er meinen könnte und blättere nochmals durch mein Computeralbum. Das einzige Foto mit einer Düne zeigt meine siebenjährige Nichte von hinten wie sie mit der Hand in die Ferne zeigt. Wie kommt das denn da rein um Himmels Willen? Ich muss vor Müdigkeit auf das falsche Bild gedrückt haben. Wir verabreden uns im Mövenpick in München, das es nicht mehr gibt, was ich und anscheinend er auch nicht wissen. Er meldet sich per Handy, er sei etwas später dran, weil er dann doch noch den Hund mitgenommen habe und es sei ein irrer Verkehr von Tölz rein. Ich sitze auf der Terrasse des ehemaligen Mövenpicks und beobachte die Straße. Ein kleiner dicker Mann im Trachtenanzug mit kleinem, dickem Dackel betritt die Terrasse. Ich denke an Flucht, bücke mich schon, da sehe ich in der Ferne durch die Tischbeine einen hoch gewachsenen, weißhaarigen Herrn mit Königspudel auf das Restaurant zugehen und sich suchend umsehen. Ich tauche auf, stoße mir den Kopf am Tischrand und das Wasserglas kippt. Er fängt es geschickt auf und setzt sich lachend. Erster Eindruck ist gut, beim zweiten hinsehen allerdings erinnert er mich unvorteilhaft an Edmund Stoiber. Der Königspudel ist anschmiegsam und legt seine schmutzige Pfote zutraulich auf meine weiße Hose. Aber ich habe ja „tierlieb“ in meinem Profil angegeben, da muss ich jetzt durch. „Du siehst tatsächlich so aus wie auf den Fotos!“ bemerkt er erst einmal erstaunt. (Das auf der Düne?) Ich verbuche es jedenfalls als Kompliment. Er muss gleich wieder weg zu einer Vernissage, die ein Bekannter aus dem Tango Club organisiert hat, ob ich mit will, klar will ich. Grässliches Zeugs (von einem Blinden mit dem Munde gemalt, pflegte mein Vater zu scherzen bei solchen Kunstwerken). Im Originalbild steckt ein WMF Messer quer im fast lebensgroßen Matterhorn und in der Preisliste steht: Verkauft an Reinhold Messner. Ein Promotion Gag, oder was? Was mich dann immer erstaunt ist, dass die Leute ernst, mit schief gelegtem Kopf die Werke betrachten, oder mit dem Bleistift auf der Preisliste (horrend!) sich Notizen machen, wichtig schauen und Bemerkungen fallen lassen wie: „Ein Meister der Perspektive!! Oder: „Haben Sie seine Ausstellung in London gesehen?“

Jedenfalls ist es eines der heißesten Sommertage in München und die kleine Kunsthalle heizt sich in Minuten zu Saunatemperaturen auf, worauf sich mein Begleiter schwer atmend seinen Weg nach draußen bahnt und dort auf einer Bank zusammensackt. Die Polypen machten ihm zu schaffen, gerade wenn es so ein sauerstoffarmer Raum sei. Meine Phantasie geht sogleich mit mir durch, das schreibe ich jetzt lieber nicht, in welche Situation ich mich da hinein phantasiert habe. Der Redner ist noch nicht da, das Buffet nicht eröffnet und Sekt gibt es auch noch keinen. In der Ferne blinken Sonnenschirme durch die Kastanien – ein Biergarten, hurra. Nach einer Maß Bier und Schweinswürstln mit Kraut öffnen sich die Himmelsschleusen zu einem saftigen Sommergewitter. Nach kurzer Absprache fahren wir zu ihm; ich habe kein Hotelzimmer und will sowieso in Oberbayern ein paar Tage Urlaub machen.

Nein, bitte jetzt nicht die Nummer denke ich, als ich seine Pfote vertraulich auf meiner Pobacke spüre, indem er mir höflich den Vortritt ins Haus lässt. Irgendwie wirkt er müde und abgespannt, denke ich, wahrscheinlich ist es längst über seine Bettzeit. Er gähnt und bietet warmen Weißwein an. Unser Gesprächsthema dreht sich vornehmlich um seine Haustiere, denn der Königspudel hat noch drei Katzenkumpels, die sich sofort entzückt ob der Abwechslung auf mich stürzen. Ein gutes Zeichen, sinniert der Hausherr, das würden sie sonst nie machen. Dann ist Schlafenszeit, er wird kurz wieder munter, das Doppelbett wird zweifach bezogen mit der Begründung, wenn man nur eine Garnitur wasche, würde sich das dann in der Farbe bemerkbar machen. Die Bettwäsche ist zwar weiß, aber ich habe keine Lust auf Diskussionen, wünsche ihm mit einem faden Wangenkuss eine gute Nacht und schiebe ihn sanft zur Tür hinaus. Er verspricht mir morgen früh das Frühstück ans Bett zu bringen, na bravo!

Ich beschließe möglichst schnell unter einem Vorwand gleich frühmorgens abzureisen und lege mir im Kopf so einige schlüssige Ausreden zurecht.

Geweckt werde ich von einem merkwürdigen, ekeligen Fischgeruch, mit leichter Kohlenote. „Krautwickel Neapolitanische Art“, denke ich grinsend, in Erinnerung an eine Folge der Fernsehserie „Monaco Franze“. Ich gehe nach unten, niemand da. Nur auf dem Herd köchelt und qualmt der Ursprung des bestialischen Gestanks vor sich hin, irgendetwas Undefinierbares in einem kleinen Kochtopf. Da höre ich den Schlüssel in der Haustür, der Gute hat frische Brötchen geholt, für das gemeinsame Frühstück im Bett. Dabei muss er das Katzenfutter, das täglich frisch zubereitet wird, (weil nur so die Katze eine ausgewogene Mahlzeit bekommt, wie er mich gleich belehrt), wohl vergessen haben. Große Panik, denn das war der letzte Fisch und das Katzi ist es doch gewohnt morgens zu fressen. Er kontrolliert sämtliche im ganzen Haus verteilte kleine Näpfchen (denn nur so ist es ein Erlebnisfressen) aber alle sind leer. Von Frühstück ist keine Rede mehr, jetzt muss frischer Fisch her, also nochmals auf zum Supermarkt. Er stürmt aus dem Haus und ich packe eilig meine Sachen, schreibe ein paar nette Dankeszeilen und mache mich aus dem Staub. Puh, das war das.

Ich miete mich in eine nette kleine Ferienwohnung ein und genieße die Sommertage. Wenn ich so beim Frühstück die Zeitung studiere, kann ich es natürlich nicht lassen und mein Blick fällt wie zufällig auf die Partnersuchanzeigen. Da wimmelt es von zärtlichen, liebevollen Männern, die eine Frau mit Sinn für Nähe, Liebe und Zärtlichkeit suchen. Man fragt sich warum sie noch keine Frau gefunden haben, wenn sie alle so perfekt sind. Einer schreibt dann noch zum Schluss: Bedingung: Nicht unter Kleidergrösse 54. Sehr verführerisch, denke ich und sehe mich ohne Reue Schokolade und Erdnussbutterbrote futternd auf dem Sofa liegen. Aber nein, wer weiß was der dann noch alles will, vielleicht noch das wabernde Fett dann in einen Latexanzug quetschen, wieder geht die Phantasie mit mir durch.

Ich blättere durch die Zeitung. Stellenanzeigen, das ist es. Eine sinnvolle Tätigkeit, man fühlt sich nicht zum alten Eisen gehörend und mitunter lernt man dadurch auch nette Männer kennen. Wenn nicht, dann hat man wenigstens einen ausgefüllten Tag und Geld brauche ich eigentlich auch.

Die Anzeigen geben allerdings nicht viel her, sehr akademisch wird gesucht stelle ich fest. Manches ist mir auch total fremd „Unser SAP Team arbeitet mit verschiedenen SAP Systemen, in denen die Module BW, HR und im integrierten System FI, CO, MM, PM, PP, QM, WM, SD, LE und LO sowie Workflows und verschiedene Add-ons eingesetzt werden. Die deutschen ERP Systeme laufen unter ECC 6.0. Im internationalen Umfeld werden weitere Roll-outs zunehmend von Deutschland aus unterstützt …“ Sollte sich da irgendetwas an mir vorbei entwickelt haben? Von den Abkürzungen kenne ich nur WM, aber meine Deutung ist da sicher falsch.

Zuerst einmal den CV wieder aufpeppen, ist ja alles schon eine Weile her. Dann im Internet mal sehen, wie man heutzutage so eine Bewerbung abfasst, das hat sich bestimmt auch geändert. Wenn man dann einen tollen Job hat, holt man (frau) sich nur noch etwas Nettes aus dem Sexshop und schon braucht man keinen Mann mehr. Da gibt es jede Menge wie ich sehe als ich mich von den langweiligen Stellenangeboten weiterklicke. „Funfactory Delight“ lese ich auf einem Schild im Internet, über dem eine gekrümmte, ziemlich unappetitlich aussehende Plastikwurst zu sehen ist und „Eleganz trifft auf fabelhafte Funktionalität“, ach ja? „Lassen Sie es lustvoll beben“ verspricht eine andere Reklame „Vibratoren unter 20 EUR“. Jedenfalls kostengünstiger als ein Mann. Oder „Vibrator Icebreaker“, runtergesetzt von 39.95 auf 19.95, das ist verdächtig, ich stelle mir einen Eisbrecher in mir vor und glaube den Grund für die Preisreduktion zu kennen.

Ohne große Lust und Hoffnung schaue ich durch meine Partner Mails. Kein Schwein interessiert sich für mich. Bei der Matching List sind wieder alle Supertypen vertreten, charakterstark, zärtlich, gebildet, humorvoll, die Auswahl ist enorm, jetzt heißt es nur anklicken und eine intelligente Kurznachricht senden. So, den schon mal, einen Psychotherapeuten, der in seiner Freizeit am liebsten Inline skated, 57 Jahre, und einen charakterstarken, zärtlichen, gebildeten, humorvollen UND noch dazu naturverbundenen Ruheständler, 59. (Wir wandern lachend, Hand in Hand, einen Berg hinauf, er nimmt mir gerade den Rucksack ab, weil dieser zu schwer für seine Liebste ist, er sieht natürlich blendend aus, blablabla, etc und ist wohlhabend und großzügig. Wie sonst könnte er mit 59 schon im Ruhestand sein??) Bei Hobbies schreibt er, „wandern und einfach nur ausruhen“. Wunderbar, kommt mir sehr entgegen, da ich im tiefsten Herzen ein Faultier bin. Sämtliche Sportarten und Hobbies die ich mir im Laufe meines Lebens zu Eigen gemacht habe, entspringen eigentlich den Aktivitäten meiner jeweiligen Partner. Von Kitesurfen, Drachenfliegen und Steilwandklettern habe ich alles mitgemacht, nur bei Nordic Walking habe ich mich geweigert. Ich bin mit Ornitologen auf der Lauer gelegen um den seltenen Schuhschnabel im afrikanischen Busch zu finden und habe Bierdeckel nach Postleitzahlen sortiert. Ich habe Reiki, Yoga und schottisch tanzen gelernt und eine Käfersammlung auf Würmer untersucht.

Damit ist jetzt Schluss! Back to myself!

Was haben wir denn da noch: einen weiteren charakterstarken, zärtlichen usw. Journalisten, Kapitän (nicht schlecht da oft unterwegs), einen Kfz-Meister,(nützlich) Bankkaufmann und Strategischen Planer (?), schreibt der doch glatt „Ich bin ein Freigeist und dulde keine Beeinflussung in meinem Denken“ soll der doch Single bleiben, dann kann er weiter alleine frei denken.

Ne, ich glaube der Ruheständler ist es. An meiner Kontaktanfrage sitze ich geschlagene drei Stunden. Sie soll nicht zu aufdringlich klingen, eher lässig, cool, aber doch erotisch hintergründig und auch noch klug. Gar nicht einfach. Ich verwerfe verzweifelt alle Ansätze, um dann ganz einfach zu schreiben: „Möchten Sie mich kennen lernen? Ich bin ein Vollblutweib (das habe ich dann gestrichen) Vielleicht wandern wir auf die Hochkugelalm und baden dann nackt im frischen Gras? (das habe ich ebenfalls gestrichen). Vielleicht wandern wir auf die Hochkugelalm um uns besser kennen zu lernen? Ich würde mich freuen. (Bieder aber sauber, kann stehen bleiben). Ruf mich einfach an, wenn Dir mein Foto gefällt. (Vorteilhaftes Brustbild im Kerzenlicht aufgenommen).

Jeden Tag, noch vor Bad und Frühstück, springe ich an den Computer um zu sehen, ob er schon reagiert hat. Er lässt mich zappeln, ich spür das ganz genau, ein ganz Hintertriebener, dieser Ruheständler. Mehrmals am Tag kontrolliere ich mein Handy, ob ich nicht eine eingehende Nachricht versäumt habe. Vielleicht gefällt ihm das Foto nicht? Nach einer Woche gebe ich die Hoffnung auf, kämpfe mit mir, ob ich noch eine Email nachschieben soll, entscheide mich aber dagegen, der Worte meines Vaters mich erinnernd: Mach dich rar! Am Samstagabend dann endlich eine Nachricht: „Ich erwarte Dich voller Spannung morgen früh um 8 Uhr am Hauptbahnhof, Abfahrt Gleis 25 nach Garmisch. Bring was zum übernachten mit.“ Gruß B.

Der denkt wohl er ist der einzige, dass er mir so kurzfristig Bescheid gibt. Na ja, ist er auch. Aber trotzdem. Und dann: Bring was zum übernachten mit, der spinnt wohl, als ob ich gleich mit ihm ins Bett steigen würde. Ich entscheide mich für das schwarze Satinnachthemd, ziemlich sündig. Oder eher mehr rustikal für die Berge, der rot karierte Flanell Schlafanzug? Das Satinnachthemd gewinnt. Jetzt noch schnell ein Vollbad, die Beine enthaaren, eine Kurpackung für die Haare, Maniküre, Pediküre, Augenbrauen zupfen und schon, so gegen Mitternacht bin ich fertig. Fehlt noch der Rucksack (es soll ja sportlich aussehen). Da passen aber die paar Dinge die ich mitnehmen möchte nicht hinein, ich kann auf nichts verzichten. Weder auf den weit ausgeschnittenen weißen Angorapullover für abends, noch die knackige Jeans und die Fellweste. Die Kosmetiksachen nehmen auch ihren Platz ein und der Schmuck, die Avocadomaske kann raus, auch das Schminkset und der Fön. Endlich gegen 2 Uhr morgens falle ich ins Bett, überprüfe den Wecker mehrere Male und tue kein Auge zu. Am nächsten Morgen sehe ich aus wie Pumuckel, die sorgfältig gestylten Haare haben die unruhige Nacht nicht überstanden und das übernächtigte Gesicht, das mir aus dem Spiegel entgegen sieht, hebt nicht gerade meine Laune. Aber mit geübten Griffen ist auch das zu meistern. Endlich einen Parkplatz gefunden und in Kniebundhose, Wanderschuhen, Trachtenjanker und Rucksack in Richtung Gleis 25 laufend, fühle ich mich jung und abenteuerlustig. Der Ruheständler B. wird begeistert sein.

Der Bahnsteig ist leer, es ist ja auch noch etwas früh, halb acht. Ich setze mich auf eine Bank und überprüfe verstohlen mein äußeres im Taschenspiegel. Alles noch bestens. Es sind nicht viele Leute unterwegs so am Sonntag morgen, alle liegen noch gemütlich in den Betten. Beneidenswert. Meine Laune sinkt, jetzt sitze ich schon fast eine halbe Stunde hier herum. Wie lange soll eine Dame warten? Gar nicht, sagt eine Stimme, los steht auf und geh, lass dir das nicht gefallen von so einem Kerl, der nicht mal bei dem ersten Treffen pünktlich sein kann. Na ja, sagt die andere Stimme versöhnlich, man weiß ja nie was hinter so einer Unpünktlichkeit steckt. Parkplatz suchen ist nur eine Möglichkeit von vielen. Den Autoschlüssel nicht finden eine andere, oder vielleicht hat sich die Aufregung und Vorfreude auf den Darm geschlagen. Außerdem bist du ja eine halbe Stunde zu früh gekommen. Ich lasse die beiden ein wenig streiten. Noch ein Blick zur Uhr. Zehn nach acht. Noch 10 Minuten, höchstens 15 gebe ich ihm. Da hinten kommt jemand, nicht besonders eilig scheint er es zu haben und steuert direkt auf mich zu. Irgendetwas an seinem Gang kommt mir unangenehm bekannt vor.

Ne, das ist doch jetzt nicht wahr. Der sieht aus wie Bodo, denke ich noch, und das schlimme ist, dass er nicht nur so aussieht, sondern leibhaftig vor mir steht und grinst. Was um alles in der Welt macht ausgerechnet mein Exmann hier, wie peinlich wenn jetzt gleich der Ruheständler auftaucht. Aber der kann nicht auftauchen, wie es sich bald herausstellt, denn der wanderfreudige Ruheständler ist mein Exgatte und hat sich einen Spaß mit mir erlaubt, der Idiot. Ich könnte schreien und hole schon zu einer saftigen Ohrfeige aus, da fängt er meine erhobene Hand ab und seine Lachfalten siegen mal wieder. Wir sitzen im Zug nach Garmisch und können nicht mehr aufhören zu lachen.

Das Wochenende ist wunderschön, das Satinnachthemd zum Einsatz gekommen und ich habe mich danach gefragt, warum ich wohl diesen wunderbaren Mann verlassen habe. Aber dann ist es mir gleich wieder eingefallen, als er mich nämlich am Bahnhof eilig verabschiedet mit den Worten: Ciao Bella, war wirklich ein tolles Wochenende, bist noch ganz schön fit für dein Alter, aber ich muss jetzt los, da hat sich was ganz niedliches per sms auf meine Anzeige gemeldet! Niedlich heißt in diesem Fall, dass sie seine Enkeltochter sein könnte, aber das hat ihn ja noch nie gestört.

Schluss jetzt mit dieser dämlichen Männersuche, mir ist wohl keiner mehr zugedacht, ich muss mich eben damit abfinden. Ein bisschen tue ich mir Leid und würde wohl weinen, aber entscheide dann mich mit einem guten Mittagessen zu trösten. So gestärkt und beschwingt von einem Glas Wein hole ich mein Auto aus der Tiefgarage, zahle zähneknirschend 24 Euro und mache mich auf den Heimweg. Außer Spesen nichts gewesen, denke ich, na ja doch ein bisschen, wenn man sich den Exmann wegdenkt und nur die Nachtaktivitäten in Erinnerung behält.

Der Psychotherapeut hat geantwortet, sehe ich auf meinem Computer, den ich zu hause umgehend einschalte. Sehr einfühlsam schreibt er, dass mein Persönlichkeitsprofil ihn stark berührt habe und er fühle, dass wir verwandte Seelen seien. Foto hat er nicht mitgeschickt. Wir verabreden uns per Email in einem gut bürgerlichen Restaurant in der Innenstadt. Wie könnte das Erkennungszeichen etwas anderes sein, als eine Rose, bei all der Schönheit, die er auf den Fotos erkennen kann. Hm, ist ja nett, aber ein bisschen theatralisch. Sei´s drum. Das ist dann aber wirklich mein letzter Versuch.

Noch einer meldet sich zu Wort. Natürlich wieder einfühlsam, zärtlich, humorvoll. Bei eigener Beschreibung steht da „Antispargeltarzan“ und „Nichtblödgucker“, Sprachen beherrscht er außer deutsch „heringerisch“. Sollten wir evtl. nicht den gleichen Humor haben?? Automatisierungstechniker ist er, ich sehe mich nach einem Ehestreit mit samt dem Bett auf Knopfdruck gegen die Wand klatschen und automatisch auf einer Rutsche in den Keller zur Entsorgung gleiten, wo eine vollautomatische Häckselmaschine steht. Brrrr.

Also auf zum Psychotherapeuten.

Diesmal will ich ein rotes Kleid und schwarze Stiefel tragen, verwerfe aber die Farbkombination. Wer weiß was so ein Psychofritze da gleich daraus macht. Beige ist da unverfänglicher oder grau. Das Ergebnis ist dezent und elegant, ich fühle mich gleich zehn Zentimeter größer, was mich dann auf stolze 1.65 m brächte. Das Restaurant hat eine weite Fensterfront, so kann ich schon mal einen Blick hineinwerfen, vielleicht sehe ich ja meinen gut aussehenden Seelendoktor, denn das ist er in meiner Vorstellung. Graumelierte Haare hat er, er ist schlank, bartlos und Brillenträger. Seine Hände sind lang und sensibel und sicher ist er sanft und kann gut streicheln. So in Gedanken versunken schweift mein Blick über die Gäste. Die rote Rose steht gut sichtbar in einer Vase, und der Mann am Tisch schaut gerade auf seine goldene Uhr. Aber das kann er doch unmöglich sein, dieser Typ, mit so einer Uhr, so billig geschniegelt, so pomadig. Jetzt bohrt er sich auch noch im Ohr und betrachtet seinen Fund interessiert, bevor er ihn an die Tischdecke schmiert. Meine Seifenblase zerplatzt mit einem lauten Knall, meine Rose fliegt in weitem Bogen auf die Straße, wo sie im gleichen Augenblick von einem Auto platt gefahren wird. Gerade da fällt mir auf, dass auf jedem Tisch eine rote Rose in der Vase steht und ich presse noch mal mein Gesicht an die Scheibe – und dann sehe ich ihn: Das muss er sein, genau wie in meiner Vorstellung, nur noch besser aussehend. Unglaublich aber wahr. Schnell kratze ich den Rest der Rose vom Pflaster, das kann ich erklären warum die so aussieht, und steuere auf die Tür zu. Ich gehe kokett lächelnd auf den Tisch zu, da sehe ich ihn aufstehen und den Stuhl für eine blonde, schlanke Dame zurecht rücken, die vom inneren des Lokals auf den Tisch zugeht. Er küsst ihre Hand und sie prosten sich tief in die Augen blickend zu. Bevor sich jetzt irgendein anderer Rosenbesitzer zu mir bekennen kann, laufe ich hinaus, die Rose fliegt zum zweiten Mal auf die Straße, diesmal endgültig. Ich höre damit jetzt auf, das war das letzte Rendezvous, Schluss, aus.

In den nächsten Tagen klicke ich tapfer sämtliche Kontaktanfragen ungelesen weg und kündige das Abonnement. Ärgerlich, die Kündigung kommt ein paar Tage zu spät und ich muss noch drei Monate weiter bezahlen. Da könnte ich ja eigentlich, überlege ich pragmatisch, denn sonst ist das ja Geldverschwendung – ich kämpfe mit mir. Nein, keine einzige wird mehr geöffnet, entscheide ich mich, die Kerle können mich mal, ich bleibe allein und aus und basta.

Die nächsten Tage umschleiche ich den Computer, bleibe aber tapfer. Wenn ich meine Emails abrufe, rutscht mein Finger so in verdächtige Nähe der eingegangenen Partnerpost, aber ich lösche sie alle, obwohl mich meine Neugierde fast umbringt. Ausgerechnet jetzt sind es so viele, und wenn nun gerade bei diesen der richtige wäre? Ich verstehe plötzlich Menschen die Fingernägel kauen.

Ich treffe mich mit meinen Freundinnen, denen ich nicht so die ganze Wahrheit erzähle. Die Blamage mit meinem Ex lasse ich zum Beispiel weg, dafür wird der Stoiber Verschnitt ausführlich diskutiert. Wir sind uns einig: Männer sind nun mal total verschieden von uns und das Beste wäre sie nur bei Bedarf anzufordern, entweder zu handwerklichen oder eben Kuschelzwecken. Das wäre überhaupt eine Marktlücke. Wir amüsieren uns köstlich, malen uns die skurrilsten Situationen aus und köpfen die dritte Flasche Sekt. Als wir auseinander gehen steht für mich fest: Eine Frauen WG, das ist es. Nur Frauen untereinander verstehen sich wirklich, ein Mann stört eigentlich nur. Drei Freundinnen wären wir schon. Wir könnten uns ein Haus mieten und dort mit unseren Haustieren einziehen, uns gegenseitig helfen und unterstützen und müssten nicht darauf achten ob die Frisur sitzt und die Wimpern auch getuscht sind, wenn der Ehemann nach hause kommt. Man könnte seinen Launen freien Lauf lassen, müsste nicht auf Teufel komm raus jeden Tag irgendein wohlschmeckendes Gericht auf den Tisch bringen und könnte zappfrei fernsehen. Himmel auf Erden!

Wie die Geschichte ausgeht? Ganz einfach. Ich bin gestern im Wald einem Jogger begegnet, der über meinen Hund gestolpert ist und sich eine böse Wunde beim fallen auf einen Stein zugezogen hat. Bei der Ersten Hilfe Leistung haben sich unsere Blicke getroffen, das war´’s dann mal wieder. Das bekannte funkeln in den Augen und die heiße Welle die sich so vom Rücken aus über den ganzen Körper ausbreitet. Nett aussehender Abenteuertyp, ca. zehn Jahre jünger mit alter Rostlaube von Auto. Ich lerne es wohl nicht mehr in diesem Leben. Seine Visitenkarte liegt auf meinem Schreibtisch. Ob ich anrufe weiß ich noch nicht. Denke aber schon. Sehe mich schon mit ihm durch den Wald joggen, gemeinsam sinken wir ins Gras – ich verliere mich in Träumen.

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